Ein voller Erfolg: Stadt-Land-Tisch

Gemeinsam die Region Bodensee nachhaltig und enkeltauglich gestalten

Die Mitmachkonferenz der Schweißfurth-Stiftung gemeinsam mit wirundjetzt war ein voller Erfolg. Rund 20 Initiativen und Projekte präsentierten sich persönlich mit einem Stand. Durch Doppelaktivitäten zählte ich 40 Initiativen, die sich in irgendeinerweise präsentierten. Das allein ist schon ein schöner Erfolg.

Rund 150 Mensachen kam an einem regnerischen Sonntag in den Schwörsaal nach Ravensburg und zeigten das Bedürfnis nach Begegnung, Kennenlernen und Information. In den Tischgesprächen am Nachmittag (es gab insgesamt 14) konnte ich hören, dass es mehr und weitere solcher Treffen geben sollte. Das höre ich gerne.

Sarina Gisa und Wolfram Frommlet führten kompetent durch den Tag. Wolfram Frommlet brachte den Teilnehmenden durch seine Ausführungen sehr deutlich die Zusammenhänge von Globalisierung, Neoliberalismus, Agrarindustrie und der Armut und Verschuldung der Menschen und Länder im Süden vor Augen. Die Anwesenden spürten, dass ihr Engagement in der Region, für die Region mit den Kleinbauern in Kenia und Indien zu tun haben – und dass dieses Engagement konkreter Widerstand gegen die Macht der Konzerne ist. Selten höre ich diese Worte direkt auf einer Veranstaltung.

Das Oberthema war die Verbindung von Stadt und Land, eigentlich konkret von Bürgerinnen und der Landwirtschaft. Oder in der Rollenverteilung Konsumentin und Erzeugerin – und hier ging es in allen Impulsvorträgen um die Beteiligung, um die Verbundenheit zwischen den Beteiligten.

Thomas Schmid vom Heggelbachhof, emerigierter Landwirt und heute aktiv in der Kulturlandgenossenschaft eröffnete die Vortragreihe gleich sehr engagiert. Die Kulturlandgenossenschaft sucht GenossInnen, also aktive engagierte Menschen mit etwas Geld, die dies in die Genossenschaft einbringen, und mit dem dann Land gekauft werden soll, das dann den Ökobauern zur Verfügung steht. 2000 qm braucht der Mitteleuropäer um sich mit Lebensmittel zu versorgen – oder eben 5000 € mit denen die Genossenschaft das Land kaufen und den Bauern zur Verfügung stellen kann. Dabei kam es Thomas Schmid auf die Beteiligung am Gesehen an!

Diese Idee direkt umsetzen tut die Solidarische Landwirtschaft. Sonja Hummel erläutert die Entstehung von Solidarischen Landwirtschaft am Beispiel Ravenburg. Verbraucher und Erzeuger bilden eine Gemeinschaft. Die Verbraucher finanzieren die Gemeinschaft mit ihren Anteilen und erhalten von den Erzeugern einen entsprechenden Gemüseanteil. Hier ist die Verbundenheit sehr eng. David Steyer als Gemüsegärtner der SOLAWI zeigte die Verbundenheit mit der Mutter Erde sehr deutlich auf, da die SOLAWI Ravensburg auf einem herkömmlichen Maisacker arbeitet. Da dauert es und es braucht viel Engagement bis der Boden sich erholt hat und ein Gemüsebeet einen guten Ertrag bringt.

Stephan Schwarz, und Clemens Huber (I mach in Äppel) arbeiten gemeinsam mit Sarina Gisa, der sehr engagierten Co-Moderatorin der Veranstaltung, in der Initiataive Regionalwert AG. Nach dem Vorbild der Freibuger Regionalwert AG soll imRaum Bodensee-Oberschwaben eine entsprechende Aktiengesellschaft aufgebaut werden, die in die Entwicklung von Ökobauern und entsprechenden Vermarktungseinrichtungen investieren will.

Ein weiteres Instrument für eine nachhaltige Regioanlentwicklung stellte Simon Neitzel vor: den Bürgertaler oder die Bürgerkarte. Diese dient dazu das Verbraucher durch ihren Einkauf bei entsprechenden Händler und Betrieben mit 2 Prozent des Umsatzes ihnen wichtige Initatiten untersützen. Die teilnehmenden Betriebe brauchen dazu einen entsprechenden Kreislauf, der im Idealfall die eigenen Region fördert. Die entsprechenden Aktivitäten laufen engagiert an. Um zu einer regionalen Kreislaufwirtschaft zu kommen ist aber noch viel Engagment nötig. Bei wirundjetzt gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich regelmäßig trifft.

Die Impulse aus den Tischgesprächen brauchen dann auch weiterhin das Engagement der Menschen in der Region Bodensee-Oberschwaben. Darüberhinaus arbeiten Mitglieder von wirundjetzt an der Verwirklichung einer Vier-Länder-Modellregion Bodensee. Weitere Treffen werden folgen.

Dieter Koschek

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