Gemeinschaftlich Leben

Zahlreiche Adressen, zwei Netzwerke bieten Zugang zur Welt der Gemeinschaften und drei empfehlenswerte Bücher als Grundlektüre

Adressen

Seit 2003 gestalten und beleben wir als Gemeinschaft den »Ort für Begegnung und Bewusstsein« in Schloss Glarisegg am Schweizer Ufer des Bodensees.

Wir kommen aus den unterschiedlichsten beruflichen und weltanschaulichen Zusammenhängen. Uns verbindet der Wunsch, uns der eigenen Verantwortung und den Fragen der Zeit zu stellen und an einem Umfeld mitzubauen, in dem neue Lebensformen nachhaltig erforscht und freudvoll gelebt werden.

Die spirituelle Entwicklung jedes/r Einzelnen und der Gruppe ist dabei der tragende Boden.

Zurzeit sind wir 40 Erwachsene und 22 Kinder und Jugendliche. Unser Gemeinschaftskörper ist »fast satt« und vereinzelt offen für NeueinsteigerInnen.

Als grundsätzliche Voraussetzungen für das Leben in unserer Gemeinschaft sehen wir folgende Eigenschaften:

  • Bereitschaft zu Selbstreflexion und innerem Wachstum
  • Bereitschaft Feedback anzunehmen, und etwas zu verändern - sich zu erforschen und spielerisch damit umzugehen
  • Balance zu halten zwischen persönlichen Bedürfnissen und den Notwendigkeiten des ganzen Organismus
  • Lust sich in unseren Spielwelten auszuprobieren und zu bewegen: d.h. die Begrifflichkeiten von Scott Peck, Forum, Transparenter Kommunikation und Possibility Management kennenzulernen

gemeinschaft.schloss-glarisegg.ch

 

Wir sind eine Gruppe von 30 Erwachsenen mit 25 Kindern mit dem gemeinsamen Ziel, in einer nachhaltigen Lebensgemeinschaft zu leben.

Wie lebt man Nachhaltigkeit? - youtube, Länge ca.10 Minuten.

Inspirieren lassen wir uns durch weltweit bereits bestehende Ökodörfer und -siedlungen. Dabei ist uns wichtig, dass die Lebensgemeinschaft in kleinen Schritten organisch wachsen kann.

Eine »ganzheitlichen Lebensgemeinschaft« bedeutet für uns, ein Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch zu schaffen, nach dem einfachen Prinzip, von der Natur nur so viel zu nehmen, wie sie hergibt. Auch streben wir eine nachhaltige Sozialstruktur, eine dezentrale Wirtschaft und einen vielseitigen kulturellen Austausch an.

Auf unserer Suche, nach einem geeigneten Ort in der Deutschschweiz, sind wir einem leerstehenden Kurhaus (in Degersheim) begegnet, welches darauf gewartet hat, neu belebt zu werden. Das Sennrüti Kurhaus wurde im Sommer 2009 gekauft.

Unsere Mehrgenerationen-Lebensgemeinschaft realisieren wir in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der lokalen Bevölkerung. Wir informieren stets transparent und wollen immer wieder im Austausch sein.

Dabei möchten wir uns in die Region integrieren und der bestehenden Dorfstruktur und Bevölkerung in Wertschätzung und Toleranz begegnen. Unterschiedliche Lebensformen und Überzeugungen sehen wir als eine wertvolle Bereicherung und ein Potential der gegenseitigen Entwicklung an.

oekodorf.ch

 

Wir wollen Gemeinschaft leben am Haslachhof: Denn die Gemeinschaftsbewegung ist in dieser Zeit gesellschaftlichen Wandels eine der größten Bewegungen zur Neuordnung sozialer und wirtschaftlicher Alltagsbezüge.

Auf der ganzen Welt machen sich Menschen auf die Suche nach tragfähigen, solidarischen, gemeinwohlorientierten Formen des Miteinanders.

Mit unserer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft am Haslachhof im Deggenhausertal wollen wir genau das tun und knüpfen damit an eine bereits bestehende vitale und vielfältige Projektelandschaft im Bodenseekreis an.

Das ökologisch orientierte Zusammensein von Menschen in allen Lebensphasen liegt uns am Herzen. Wir wollen eine lebendige und achtsame Verbindungskultur entwickeln und pflegen.

Als pulsierender Knotenpunkt eines großen Netzwerkes wollen wir uns einbinden in das Lernen und Teilen von neuem und altem (Erfahrungs-)Wissen und unsere Gesellschaft kreativ mitgestalten.

Zur Gruppe gehören 15 Erwachsene und 6 Kinder

gemeinschaft-haslachhof.de

 

Entstanden ist die Schäfereigenossenschaft Finkhof in den 1970er Jahren aus einer Jugendwohngemeinschaft, die sich auf die damals roten Fahnen geschrieben hatte: alles ohne Chef, keine Familie, Selbstversorgung und politische Arbeit.Grundprinzipien, die noch heute für uns gelten, waren:

  • zusammen leben und zusammen arbeiten
  • keine Hierarchien
  • kein privates Eigentum an Produktionsmitteln
  • gemeinsame Bedürfniskasse
  • Entscheidungen werden im Konsens getroffen
  • Gleichwertigkeit aller Arbeiten

Finkhof 2012


Es folgte die Aufbauphase, Versuch und Irrtum war an der Tagesordnung. Es waren die Anfänge der Vermarktung auf Wochen- und Weihnachtsmärkten.

Unser Katalog bestand aus einem kopierten Blatt. Arbeitsbereiche wurden aufgebaut und auch wieder fallen gelassen. Um die zwei großen Arbeitsbereiche Versand und Schäferei gruppierten sich Näherei, Färberei, Weberei, Laden, Bestelltelefon, Verwaltung und Küche. Wirtschaftlicher Erfolg stellte sich ein. So entwickelten wir uns langsam und vorsichtig zu einem Betrieb mit 9 Eigentümern und ca. 20 Angestellten.

Letzere spielen bei uns eine wichtige Rolle. Die gesamten alltäglichen und betrieblichen Abläufe sind ohne sie undenkbar. Sie entlasten unseren Alltag und tragen oft zur guten Stimmung in Küche und Betrieb bei. Auszubildende und Praktikanten nehmen an unserem Leben Teil, was uns vor so manche Bewährungsprobe stellt. Bis zu 40 Jahre jünger und damit sehr viel diskussionsfreudiger als wir, sorgen sie für frischen Wind in unserem routinierten Tagesablauf.

Wir sind professioneller geworden, haben uns aber trotzdem einige Eigenheiten bewahrt. Deshalb wird es immer wieder vorkommen, dass jemand freundlich zu verstehen gibt, dass er gerade im Hausgang die Bestellung entgegen nimmt, wo kein Computer steht, oder dass wir die Bestellung noch handschriftlich aufnehmen. Sollten Sie mal nicht telefonisch zu uns durchkommen, mähen unsere Schafe, bellt ein Hund und Uli sagt Ihnen, wie wir Sie weiterverbinden.

Diesen, unseren ganz speziellen Charakter wollen wir uns auch erhalten.

30 Jahre sind eine lange Zeit: rebellische Jugend, erste Zielsetzungen, Beziehungen, Kinder, Abschiede. Abschiede auch von Ideologien, Ansprüchen, Erwartungen. Unterschiedliche persönliche Entwicklungen fanden statt. Freiräume wurden erkämpft und zugelassen. Natürlich sind auch wir nicht frei von Macht- und Konkurrenzverhalten. Leben und Beziehungen außerhalb der Gemeinschaft werden immer wichtiger. Dennoch ist es uns immer wieder gelungen, Lösungen zu finden, die für alle tragbar sind.

Als Landkommune jugendlicher Aussteiger haben wir begonnen. Heute stellen wir uns andere Fragen: Wollen, können wir diese Strukturen aufrechterhalten? Was wird mit dem Betrieb? Wie gestalten wir unser Leben, jeder einzelne für sich und als Gemeinschaft? Können wir unsere Eigenheiten leben und wollen wir die der anderen tolerieren? Brauchen wir im Alter mehr Distanz und individuellen Freiraum? Was können wir möglich machen, was nicht? Das wird aufregend, schwierig, aber nach 30 Jahren Übung sind wir entschlossen, einen Weg zu finden, den alle gehen können.

finkhof.de

 

Zwei Netzwerke bieten Zugang zur Welt der Gemeinschaften

Das Global Ecovillage Network wurde in 1995 als Dachorganisation gegründet um die experimentelle Entstehung und Erhaltung von Lebensstilen mit geringen Umweltauswirkungen zu unterstützen.

GEN besteht aus einem wachsenden Netzwerk nachhaltiger Gemeinschaften und Ökodörfern die unterschiedliche Kulturen, Länder und Kontinente abdecken. Einzelne unterstützende Mitglieder arbeiten in vielfältigen Sektoren, von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen bis hin zu Bildungs- und Regierungseinrichtungen.

Durch die Wertschätzung und Entwicklung lokaler Erfahrungen und Fähigkeiten bei gleichzeitigem Best-Practice-Austausch im Rahmen dieser Netzwerke hält GEN die Vision eines entstehenden vielfältigen und doch gemeinsamen weltweiten Wissenspools für nachhaltiges Leben.

GEN arbeitet durch die Ermutigung von Dialog und Austausch, dem Ausbau von Solidarität und Partnerschaft über Grenzen hinweg. Die Philosophie hinter GEN ist, dass »Gemeinschaft« allen Modellen von Nachhaltigkeit zugrunde liegt, daher der Begriff »Ökodorf«.

gen-europe.org

 

«Kommuja« ist ein Netzwerk politischer Kommunen. Wir wollen ein gleichberechtigtes Miteinander, Machtstrukturen lehnen wir ab.

Wir wollen die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern und uns vom herrschenden Verrechnungs- und Besitzstandsdenken lösen.

kommuja.de

 

Drei Bücher als Grundlektüre

utopie.gemeinsam.leben

ISBN 978-3-86241-431-4 | erschienen 09/2014 | 344 Seiten | Paperback | lieferbar | 18,00 €

Bereits in den 1970er Jahren wurden Kommunen gegründet, in denen gemeinschaftlich gelebt, anders gewirtschaftet und kollektiv gearbeitet wird. Es entstanden Orte, an denen Menschen Geld teilen, Produktionsmittel gemeinsam besitzen und den Alltag zusammen gestalten.

»utopie gemeinsam leben« ist Ankündigung und Programm zugleich. In diesem Buch berichten Autor*innen über kommunitäre Lebenszusammenhänge, über ihre Standpunkte, Ziele, Wünsche und Hoffnungen, aber auch über Probleme und kritische Auseinandersetzungen innerhalb der Kommuneszene.

Der Wunsch, herrschaftsfreie Räume zu schaffen, die sowohl eine individuelle Entfaltung ermöglichen als auch kollektive Kräfte freisetzen und den Weg zu wirkmächtigen Alternativen öffnen, ist so zeitlos wie aktuell. Und so nötig wie nie zuvor.

Denn wir brauchen Alternativen. Heute, hier, jetzt! Grundsätzliche Veränderungen sind notwendig, um die Probleme zu lösen, vor denen die heutigen Gesellschaften stehen.

Mehr Wachstum ist weder die Antwort auf Arbeitslosigkeit, überteuerte Wohnungen oder miserable Jobs noch auf die Herausforderungen des Klimawandels und der fortschreitenden Umweltzerstörung. Das Vertrauen in das politische System und den Kapitalismus zerbröselt, in gleichem Maße wie die Einrichtungen des Bildungs-, Gesundheits- und Verkehrssystems, wie die Schulen, Straßen und Krankenhäuser. In den aktuellen Krisen organisieren sich viele Menschen weltweit in neuen solidarischen Zusammenhängen.

In überschaubaren Strukturen mit gemeinsamer Alltagsorganisation finden sie neue Lösungsansätze.

Das Buch wendet sich an alle, die Veränderung wollen und dafür Anregungen suchen. Es richtet sich sowohl an am Kommuneleben interessierte Personen als auch an diejenigen, die bereits in solchen Gemeinschaften leben. Die Autor*innen möchten dazu anstiften, andere Lebensformen auszuprobieren, und geben Einblick in ihren konkreten Alltag und die Diskussionen, von denen er geprägt ist.

Das Kommunebuch

 

Das eurotopia-Gemeinschaftsverzeichnis

ISBN 1. Auflage: 978-3-9812968-1-5 2. Auflage: 978-3-9816860-0-5 (inhaltlich sind die beiden Auflagen identisch, tragen lediglich unterschiedliche ISBN).

  • 430 Gemeinschaften, Ökodörfer, Siedlungs- und Wohnprojekte stellen sich vor

  • Artikel zur Gemeinschaftsgründung, zur gesellschaftlichen Relevanz von Gemeinschaften, zur wissenschaftlichen Forschung in und über Gemeinschaften und mehr…

  • Vorstellung von Gemeinschaftsnetzwerken mit weiteren Gemeinschaftsdaten

  • Nützliche Adressen aus ganz Europa

  • Aktuelle Ausgabe 2014 - Ergänzungen, Korrekturen sowie Suche im Buch unter: eurotopia.de

  • Das einzigartige Nachschlagewerk zum Leben in Gemeinschaft: eurotopiaversand.de

 

Entstanden ist die Schäfereigenossenschaft Finkhof in den 1970er Jahren aus einer Jugendwohngemeinschaft, die sich auf die damals roten Fahnen geschrieben hatte: alles ohne Chef, keine Familie, Selbstversorgung und politische Arbeit.

Grundprinzipien, die noch heute für uns gelten, waren:

  • zusammen leben und zusammen arbeiten
  • keine Hierarchien
  • kein privates Eigentum an Produktionsmitteln
  • gemeinsame Bedürfniskasse
  • Entscheidungen werden im Konsens getroffen
  • Gleichwertigkeit aller Arbeiten

Finkhof 2012


Es folgte die Aufbauphase, Versuch und Irrtum war an der Tagesordnung. Es waren die Anfänge der Vermarktung auf Wochen- und Weihnachtsmärkten. Unser Katalog bestand aus einem kopierten Blatt. Arbeitsbereiche wurden aufgebaut und auch wieder fallen gelassen. Um die zwei großen Arbeitsbereiche Versand und Schäferei gruppierten sich Näherei, Färberei, Weberei, Laden, Bestelltelefon, Verwaltung und Küche. Wirtschaftlicher Erfolg stellte sich ein. S

o entwickelten wir uns langsam und vorsichtig zu einem Betrieb mit 9 Eigentümern und ca. 20 Angestellten. Letzere spielen bei uns eine wichtige Rolle. Die gesamten alltäglichen und betrieblichen Abläufe sind ohne sie undenkbar. Sie entlasten unseren Alltag und tragen oft zur guten Stimmung in Küche und Betrieb bei. Auszubildende und Praktikanten nehmen an unserem Leben Teil, was uns vor so manche Bewährungsprobe stellt. Bis zu 40 Jahre jünger und damit sehr viel diskussionsfreudiger als wir, sorgen sie für frischen Wind in unserem routinierten Tagesablauf.

Wir sind professioneller geworden, haben uns aber trotzdem einige Eigenheiten bewahrt. Deshalb wird es immer wieder vorkommen, dass jemand freundlich zu verstehen gibt, dass er gerade im Hausgang die Bestellung entgegen nimmt, wo kein Computer steht, oder dass wir die Bestellung noch handschriftlich aufnehmen. Sollten Sie mal nicht telefonisch zu uns durchkommen, mähen unsere Schafe, bellt ein Hund und Uli sagt Ihnen, wie wir Sie weiterverbinden. Diesen, unseren ganz speziellen Charakter wollen wir uns auch erhalten.

30 Jahre sind eine lange Zeit: rebellische Jugend, erste Zielsetzungen, Beziehungen, Kinder, Abschiede. Abschiede auch von Ideologien, Ansprüchen, Erwartungen. Unterschiedliche persönliche Entwicklungen fanden statt. Freiräume wurden erkämpft und zugelassen. Natürlich sind auch wir nicht frei von Macht- und Konkurrenzverhalten. Leben und Beziehungen außerhalb der Gemeinschaft werden immer wichtiger. Dennoch ist es uns immer wieder gelungen, Lösungen zu finden, die für alle tragbar sind.

Als Landkommune jugendlicher Aussteiger haben wir begonnen. Heute stellen wir uns andere Fragen: Wollen, können wir diese Strukturen aufrechterhalten? Was wird mit dem Betrieb? Wie gestalten wir unser Leben, jeder einzelne für sich und als Gemeinschaft? Können wir unsere Eigenheiten leben und wollen wir die der anderen tolerieren? Brauchen wir im Alter mehr Distanz und individuellen Freiraum? Was können wir möglich machen, was nicht? Das wird aufregend, schwierig, aber nach 30 Jahren Übung sind wir entschlossen, einen Weg zu finden, den alle gehen können.

finkhof.de