»wirundjetzt « – Die regionale Initiative, die bewegt

»Nachhaltigkeit fo(e)rdern wir gemeinsam«

Simon Neitzel, einer der Gründer von »wirundjetzt« arbeitet seit 2015 mit mir im Vorstand zusammen. Ich fragte ihn nach der Geschichte von »wirundjetzt«.

Simon Neitzel (l.) und Dieter Koschek
Simon Neitzel und Dieter Koschek (r.)

Ein Interview von Dieter Koschek.

 

D.K.: »Simon, bitte erkläre »wirundjetzt« in drei Zeilen.«

S.N.: »»wirundjetzt« hat sich zum Ziel gesetzt Nachhaltigkeit in der Region Bodensee-Allgäu-Oberschwaben zu fördern und Menschen zu begeistern, selbst Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen. Wir klären auf, vernetzen Interessierte, realisieren und stoßen konkrete Projekte an.«

D.K.: »Wieso der Name »wirundjetzt«?

S.N.: »Wir sind als mündige Bürger die Akteure der Gesellschaft und Jetzt ist die Zeit, unsere Region und unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten. Wir definieren uns mittlerweile als Beziehungsnetzwerk, denn durch gelingende Beziehungen können wir gemeinschaftlich, aktiv und mit positiver Vision unsere Zukunft gestalten. Ein Leitmotiv das uns bewegt und begleitet ist Kooperation statt Konkurrenz!«

D.K.: »Wie fing alles an?«

S.N.: »Als Demeter Gemüse Gärtner bei Ravensburg kam ich über die Arbeitsgemeinschaft „Ravensburg isst Bio“ 2008 zu dem Thema Gentechnik. Bei der dortigen Bio-Messe wurde ein Film über Monsanto gezeigt. Dieses Erlebnis entfachte mein Feuer für das Thema. 2 Jahre lang war ich in der Anti-Gen-Technik Bewegung aktiv. Und aus dem landwirtschaftlichen Impuls, der geprägt war für mehr Solidarität in Betrieben und in der Gesellschaft mich zu engagieren, entstanden die Fragen:

  • Was kann ich tun?
  • Wie können wir mehr zusammenkommen, zusammenarbeiten, und uns auf gleicher Augenhöhe auch im wirtschaftlichen Sinne begegnen und bereichern?

2010 war ich auf der Karma Konsum Konferenz in Frankfurt. Es gab dort viele verschiedene Foren. Das Forum zum Thema Zielformulierung begeisterte und inspirierte mich besonders. Dort formulierte ich auf einem runden Zettel: Kontakte knüpfen, vernetzen und Initiative gründen.

Im nächsten Schritt fing ich an zu Hause im Wohnzimmer Filmvorführungen und Treffen zu organisieren. Daraus entwickelte sich eine Kerngruppe von interessierten Menschen im Freundeskreis. Jeder brachte Ideen und Erfahrungen mit und kannte jemanden, der auch Interesse hatte. Wir wurden immer größer und im Winter 2010 entstand die Idee einer Nachhaltigkeits-Initiative, die schließlich von 7 jungen Männern Albert Kos, Dominik Blöchl, Armin Hipper, Tobias Döhner, Oliver Lanius, Markus Philipp Gotterbarm, und mir, Simon Neitzel gegründet wurde.

Nachdem wir uns ein halbes Jahr lang regelmäßig getroffen hatten, schmiedeten wir Pläne, sammelten wochenlang Ideen. Daraus folgten erste Ideen für eine Homepage und der Name wurde durch ein exzessives Brainstorming gefunden. Aus verschiedenen Vorschlägen ist der Name dann einfach da gewesen.

Es war passiert –  »wirundjetzt« war geboren. Es war eine schöne Zeit.«

D.K.: »Wie ging es weiter?«

S.N.: »2011 gründeten wir schließlich den Verein »wirundjetzt« e.V. Wir hatten von Anfang an vor durch einen erweiterten Vorstand die Aufgaben und die Verantwortung auf viele Leute zu verteilen. Nach dem Prinzip des Empty Centered Organisation Modell (ECO).

Es kamen immer wieder neue Menschen zu wirundjetzt. dazu. Andere zogen weiter und widmeten sich neuen Projekten. Dadurch standen bei uns Teambildung und interne Kommunikation stets im Vordergrund. Der stetige Wandel an Menschen erforderte neues Zusammenfinden und gemeinsames Wachsen innerhalb der sich verändernden Strukturen.

Im Laufe der nächsten zwei Jahre bis 2012 organisierten wir unzählige Filmvorfügungen, Infoveranstaltungen waren präsent bei Messen und Kongressen. Es folgten viele Themenabende zu einzelnen Feldern wie Regionalgeld, Bedingungslosem Grundeinkommen, Gemeinwohl-Ökonomie, Energie, alternative Wirtschaftsformen und Geldsysteme, solidarischer Landwirtschaft, ökologische Projekte,Gemeinschaftsgründungen, Team - und Prozessarbeit. Wir lernten Methoden wie z.B. das Dragon Dreaming, die Tiefenökologie und den Wir-Prozess nach Scott Peck kennen und integrierten diese in unsere Arbeit.

Aus unseren Veranstaltungen, den öffentlichen Treffen und den Kontakten gingen schließlich konkrete Projekte wie z.B. BOB im Fluss, die Wandeltreppe, der Gemeinschaftsgarten auf Hof Hübscher, etc. hervor. Weitere Gruppen formierten sich und wir fingen an auch über überregionale positive Projektbeispiele zu berichten. Bücher, Magazine, Zeitschriften und Flyer wurden über die Infoveranstaltungen gestreut.

Unsere Broschüre »Selbst Wert Schaffen« wurde bei der zweiten Auflage bereits über 10.000 mal in der Region verteilt. Sie berichtet über regionale und überregionale inspirierende Projekte und was sich rund um den Bodensee alles Positives bewegt. 

D.K.: »Auf eurer Homepage finden wir auch einen Kutschwagen mit Pferden. Was hat es damit auf sich?«

S.N.: »Im Sommer 2011 bereisten Katharina Phillip, die maßgebliche Begründerin des Centauri e.V. und Simon Kulow mit ihren beiden Pferden Bea und Tina, dem Pizzaofen und der Kutsche die Region.

Die selbst gemachte Pizza aus regionalen, saisonalen und biologischen Zutaten brachte das Feiern zusammen mit verschiedenen Bildungsinhalten zu vielen Leuten. Spontan ergaben sich die Wege und die Stationen.

Gleichzeitig informierten wir über »wirundjetzt«-Themen, und das Logo war auf die Kutsch-Plane gedruckt. Oft in Begleitung vieler Freunde und Kinder hatten wir viel Motivation, Information (z.B. über Permakultur, Tiefenökologie, Dragon Dreaming) im Gepäck und begeisterten viele Leute.

2011 ist der Verein Centauri e.V. mit »wirundjetzt« fusioniert. Ideen und Interessen kamen zusammen. Das machte uns die Arbeit leichter und sparte viel Zeit und Energie. Nach der Kutschreise wurde der Verein „Centauri – kreative Umweltbildung“ geschlossen und das Projekt konnte fortan über wirundjetzt weiterlaufen. Infos hier: www.centauri-ev.de

In allen Begegnungen mit interessanten und engagierten Menschen wurden Kontakte geknüpft und diese untereinander weiter vernetz. Es entstanden Beziehungen und das Netzwerk wuchs kontinuierlich. Inspirieren und Synergien schaffen stand stets im Fokus unseres Tuns. Durch die Begegnungen und Erfahrungen die wir machen durften, entstand eine Kulturarbeit - ein Prozess der bei uns selbst nicht aufhörte«.

D.K.: »Das klingt alles sehr nach einer Transition Town-Initiative. Habt ihr Euch mit der Bewegung identifiziert?«

S.N.: »Ja, natürlich wurden wir von dieser Idee beeinflusst. Die Krisen dieser Zeit brauchten doch dringend eine Antwort. Wirundjetzt war aber von Anfang an offen und eher regional bewegt. Aber die Idee war eine unserer Grundlagen und wir möchten auch in jeder Stadt und überall, dass Transition-Initiativen entstehen

D.K.: »Was genau verbirgt sich hinter der Transition Town Idee?«

S.N.: »Transition Town betrachtet unsere Region im Wandel als Teil der weltweiten Energie – und Kulturwende. Unser Wohlstand basiert auf der intensiven Nutzung fossiler Energieträger. Zwei große Herausforderungen zeigen uns deren Grenzen: der Klimawandel und das Erdölfördermaximum (Peak Oil). Diese und viele weitere Krisen unserer Zeit sind Zeichen dafür, dass sich etwas ändern muss.

Transition heißt Übergang. Es ist an der Zeit, unsere Region im Übergang zu einer lebenserhaltenden, postfossilen und klimafreundlichen Gesellschaft zu gestalten. Wir wollen gemeinschaftlich und aktiv Teil dieses momentanen Wandels sein und diesen Herausforderungen positiv begegnen.

Wichtig ist dabei die Vernetzung bestehender lokaler Gruppen und Initiativen, Begegnung und Austausch über Visionen und Ideen, die konkret umgesetzt zu einer zukunftsfähigen Lebensweise beitragen.

Transition Town kann zum Beispiel heißen:

 

D.K.: »Transition Town war sicherlich nicht das Einzige, was hat eure Arbeit noch inspiriert?«

S.N.: »Wir lernten die Tiefenökologie bei Joanna Macy kennen und folgten den Spuren und den Menschen die mit dieser Arbeit vertraut sind. Immer wieder finden Begegnungen und ein Austausch mit ihnen statt und das Rad des Jahres dreht sich immer weiter. Wir erleben das tiefe Bedürfnis nach Verbunden Sein, mit sich selbst, mit anderen und der Erde. Die Erfahrung dass das möglich ist, ist ein Segen. Und diesen Segen weiter zu geben ist mehr als nur eine Methode!«

D.K.: »Das Prinzip der Tiefenökologie darfst Du uns bitte noch etwas genauer erklären. Wofür steht sie genau?«

S.N.: »Die Tiefenökologie ist eine internationale Bewegung, regelrecht eine Philosophie, die vertritt, dass alles Leben auf der Erde innerhalb eines gigantischen Netzwerks miteinander verbunden ist. Die Basis hierfür liefern die Erkenntnisse aus den Prinzipien der wechselseitigen Bedingtheit allen Lebens. Hierin wird die Erde als komplett verbundener, lebendiger Organismus angesehen in dem jedem einzelnen Lebewesen sein Eigenwert zugesprochen wird. Die Tiefenökologie vertritt die Haltung des persönlichen Wachstums durch ein in-Beziehung-Sein mit allem was ist bzw. existiert.

Die Tiefenökologie vertritt keine starren Konzepte sondern eröffnet Räume um neue Erfahrungen am eigenen Leib zu machen. Erfahrungen inspiriert durch die Fragen woher wir kommen, wie über Jahrtausende hinweg ein natürlicher Umgang mit der Erde verlief, wo unser Stand und unsere Aufgabe im größeren Zusammenhang liegen und was unsere Verantwortung im zukünftigen Entwicklungsprozess der Erde ist und wie diese leben können. Sie begleitet uns in die Perspektive, dass wir Menschen Teil des Lebens sind, jedoch nicht der Kern alles Lebens. Leben ist das große Netz der Verbundenheit von allem. Ziel ist es, den Menschen in diese Perspektive wieder zurück zu begleiten.

Alles in allem kann man sagen, die Tiefenökologie ist ein ganzheitlicher Ansatz, der gesellschaftspolitische Elemente mit emotionalen, spirituellen als auch konzeptionellen Aspekten in Verbindung und in wechselseitigen Austausch bringt, wodurch er sich bisher als einzigartig auszeichnet.«

D.K.: »Bildungsarbeit ist für Euch ein wesentliches Element eurer Arbeit. Ich durfte mal ein Seminar Dragon Dreaming teilnehmen. Das war wohl eine eurer wesentlichsten Methoden?«

S.N.: »Wir lernten viele Methoden und Werkzeuge kennen. Durch diese Methoden die wir in Seminaren, Workshops, Kongressen und Ausbildungen lernten, konnten wir viele Werte erfahren, die uns motivierten und inspirierten unsere Arbeit zu tun. Der Mehrwert entstand dadurch das wir das weiter geben wollten, was wir erleben durften. Ein Gefühl von Gemeinschaft, von einem Wir, indem wir uns als Gesellschaft sehen und erleben. Diese Methoden verbinden uns Menschen und lassen uns neue Formen finden, wie wir im Kontakt mit uns selbst und anderen sein können ohne uns selbst aufgeben zu müssen. Dieser Mehrwert als Erfahrung ist für das Selbstwertgefühl so wichtig besonders in Projekten oder zwischenmenschlich in allen sozialen Beziehungen und Begegnungen. Alte Kulturen standen uns als Vorbild und Inspiration zur Verfügung. Wir schöpften aus einem großen Fundus. Wir wendeten die Methoden in unseren Treffen und Veranstaltungen an und haben dadurch viel gelernt. Redekreise, ein offener Dialog, aber auch gemeinsames Singen und Feiern im Sinne von Wertschätzung für den anderen erzeugte eine Atmosphäre des Miteinanders.«

D.K.: »Das klingt ja alles höchst spannend. Kannst Du uns noch mehr über die einzelnen Methoden erzählen, die ihr angewendet habt?«

S.N.: »Ja klar, sehr gern sogar. Wie gesagt, zum einen war da das Dragon Dreaming. Es liefert Methoden, um kreative, gemeinschaftliche und nachhaltige Projekte zu verwirklichen.

Es verbindet dabei drei wesentliche Aspekte:

  1. Dragon Dreaming lässt uns persönlich wachsen. Mit Dragon Dreaming lernen wir in unserer Projektarbeit nicht nur neue Fähigkeiten. Wir entdecken auch ganz neue Seiten an uns selbst und vertiefen den Kontakt mit der Welt und dem Leben.
  2. Dragon Dreaming fördert Gemeinschaften und Teams. Dragon Dreaminghilft uns, Vertrauen und Kooperation im Team entstehen und wachsen zu lassen, indem Kommunikation und Wertschätzung eine besondere Beachtung finden.
  3. Dragon Dreaming steht im Dienst der Erde.

Dragon Dreaming fördert Vielfalt, Kreativität und Lebendigkeit – nicht nur in uns selbst und im Team, sondern in der ganzen Welt. Dragon Dreaming sorgt für echte Nachhaltigkeit. Dragon Dreaming liefert dazu einfache, spielerische Methoden für die Ideenfindung, die Planung, die Umsetzung und die Wertschätzung (den Abschluss) von Projekten. Dragon Dreaming ist damit nicht nur ein Koffer voller Werkzeuge und Methoden, sondern auch eine Philosophie und Haltung.

Seit 2012 arbeiten wir mit den Werkzeugen aus dem Dragon Dreaming. Inspiriert und motiviert von John Croft. In so vielen Treffen, Veranstaltungen und persönlichen Begegnungen wenden wir das gelernte an, und versuchen dem TraumRaum mehr und mehr Wirklichkeit, Vertrauen und Glauben zu schenken. Träume geben uns die Kraft und sind der Motivator für unseren eigenen Weg, den wir teilen und gemeinsam erfahren möchten, denn dadurch entsteht Gemeinschaft und Verbundenheit.«

D.K.: »Eine weitere wichtige Methode zur Stärkung unseres Gemeinschaftsgefühls wurde für uns der sogenannte Wir-Prozess.«

S.N.: »In der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch die Qualität und Gabe zur Leitung und Führung von Gruppen besitzt. Group of all Leaders nennt sich das Prinzip und in dieser Führungsfunktion befinde ich mich, sobald ich Teil solch einer Gruppe bin. Die hierbei entwickelten Kompetenzen stehen mir später jederzeit auch außerhalb des Prozesses zur Verfügung. Es geht im Wir-Prozess um eine Mischung aus zunehmender Bewusstheit, immer größerer Übernahme von (Selbst-) Verantwortung und offener, ehrlicher und transparenter Kommunikation. Das was in uns an Unbewusstem schlummert mit in den Kreis und somit ins Bewusstsein zu bringen steht im Vordergrund.

Es geht zum einen darum ein Vertrauen in kollektives Wissen erfahrbar zu machen (sprich alles für alle Notwendige wird gesagt werden) und wachsen zu lassen, zum anderen aber ebenso soziale Kompetenzen zu stärken, in dem über Gefühle, abgelehnte Gefühle und Widerstände gesprochen und diese gemeinsam von der Gruppe getragen werden. Durch das gemeinsame (sich Mit-)Teilen entsteht im Laufe der Zeit ein immer stärkeres Gefühl der Verbundenheit. Nicht einer alleine steht mit den eigenen Gefühlen da, sondern es wird von allen gemeinsam getragen.

Ein wichtiger Schritt ist hierbei sich immer wieder ins Risiko zu begeben und zu wagen sich zu offenbaren, sich zu zumuten mit dem was im Innen bewegt. All dies ohne wirklich eine Gruppenleitung zu haben. Anfänglich kann es noch Art Leitende Funktion geben, die sich letztlich jedoch ganz in die Gruppe integriert. Gemeinsam schreitet man während des Prozesses durch unterschiedliche Prozess Phasen. Die Gruppe darf lernen über das Geschichten erzählen und das Reden Über einander hinaus zu wachsen, durch das Chaos hindurch zu schreiten um an den Punkt zu kommen, bei dem nur mehr aus dem Impuls heraus gesprochen wird. Das Prinzip das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile wird hier erfahrbar. Ein heilsamer und intensiver Prozess für Gruppen auf dem Wandlungsweg zur Gemeinschaft.

Auch uns, bei »wirundjetzt« hat die Wir-Prozessarbeit sehr beigetragen!

D.K.: »Gab es ein Zentrum eurer Aktivitäten?«

S.N.: »Das zentrale Büro oder den Ort wo wir uns regelmäßig treffen konnten gab es nicht, alle haben sehr verstreut in der Bodenseeregion gewohnt. Sehr enthusiastisch, euphorisch und mutig haben wir angefangen. Im Laufe der Jahre haben wir gemerkt, dass es unterschiedliche Tempi gab, und auch unterschiedliche Vorstellungen, wie wir Kommunikation und Organisation der internen Struktur aufbauen wollen.

Ein anderes Thema war aber auch die berufliche und private Situation der einzelnen. Viele von uns waren im Beruf oder mit der Familie so beschäftigt und gefordert, dass klar wurde, in der Intensität ist das Tempo ehrenamtlich auf Dauer weder zu halten noch nachhaltig. Immer wieder suchten wir Wege um über finanzielle Mittel eine oder mehrere Stellen aufzubauen. Dazu hatten wir auch ein sogenanntes aktives Grundeinkommen initiiert. Bei dem ca. 20 Menschen aus unseren Netzwerken, meist persönliche Kontakte uns über einen Zeitraum von ca. 1,5 Jahren mit einem kleinen oder größeren Betrag zu einem aktiven Grundeinkommen beigetragen haben. Das war spannend und interessant, wenn auch der Rahmen und die Strategie nicht ausreichend war um wirklich erfolgreich zu sein! Aber es war ein Anfang und ein mutiges Experiment!«

D.K.: »War die Rosenmühle bei Wilhelmsdorf für kurze Zeit sowas wie ein Zentrum und der Beginn der Gemeinschaftsidee?«

S.N.: »Ein klares Jein. 2 Familien und einige Freunde sind in ein ehemaliges Mühlenanwesen – die Rosenmühle – gezogen. Als Familiengemeinschaft gründeten wir uns. Wir wollten ein Cafe aufbauen, eine FairWandelBar, Seminarbetriebe und Netzwerkarbeit planten wir dort. Wir machten einen Dragon Dreamin Prozess, einen Permakultur-Design Plan, träumten und fingen einfach an alles zu gestalten. Der Hof, den Garten, das Haus, alles wollte belebt und gestaltet werden. Ab diesem Zeitpunkt gab es keine kleinen Wohnzimmertreffen mehr, sondern größere Treffen in der Mühle. Auch regelmäßige Treffen aufgrund enger Zusammenarbeiten der Menschen die dort gewohnt haben. Wir waren dort vor Ort mit Schule und Gemeinde im Kontakt, haben viel mehr Öffentlichkeitsarbeit gemacht und waren sehr aktiv.

Wir arbeiten immer wieder mit Permakultur-Prinzipien und -Gedanken. Lassen diese Impulse in unser leben fließen. Bei sogenannten Landbaupartys, wo viele Menschen zusammen kommen und arbeiten und feiern und das wertschätzen was da ist und was jeder mit einbringen kann und möchte. Eine wunderschöne Art zu lernen und gemeinsam Träume umzusetzen! Permablitze, Potlucks, aber auch die Beobachtung, was braucht das Land, die Menschen an einem Ort und was ist schon alles da? Immer wieder inspirierend und motivierend sich zu erinnern, zu fragen und darüber Gedanken zu machen, was kommt nach mir, nach uns? Und wie kann es weiter gehen zum Wohle aller?

Permakultur – Den Wandel gestalten – Zukunftsfähige Wege gehen.

Permakultur ist ein Weg, nachhaltige Lebensformen und Lebensräume zu entwerfen und aufzubauen. Permakultur ist inspiriert von natürlichen Systemen und Kreisläufen Diese sollen durch die Bewahrung der Natur für die Menschen eine dauerhafte Lebensgrundlage sichern. Die Philosophie, die der Permakultur zugrunde liegt, lässt sich in 3 ethische Grundprinzipien zusammenfassen:

Es geht um:

 

Der Australier Bill Mollison ist der Begründer der Permakultur und erhielt dafür 1981 den alternativen Nobelpreis. Er formulierte gemeinsam mit David Holmgren 10 Gestaltungsprinzipien die beim Entwurf von nachhaltigen Systemen behilflich sein können.

»Permakultur ist eine Philosophie, in deren Sinne wir mit der Natur und nicht gegen sie arbeiten, besonnen und rücksichtsvoll beobachten ( …) und Pflanzen und Tiere in all ihren Funktionen sehen, anstatt irgendein Gebiet als monokulturelles System zu betrachten.« Bill Mollison

D.K.: »Ich lernte »wirundjetzt« erstmal in Wilhelmsdorf wirklich kennen. Ich nahm an einem Treffen teil, das sich »Wir im Wandel« nannte. Was hat es damit auf sich?«

S.N.: »Die sieben Gründungsmitglieder gab es nicht mehr, sondern nur noch die 3er Konstellation Daniel Sieben, Katharina Philipp und Simon Neitzel. Die mit einem großen Unterstützerkreis in dieser Zeit eine Reihe von Veranstaltungen in der Scheune in Wilhelmsdorf organisiert haben. Mit großen Presseartikeln über das Grundeinkommen, die

Das Veranstaltungsformat »Wir im Wandel« entwickelte sich für uns aus unseren vielfältigen Netzwerktreffen, den Informationsabenden, den Themenabenden, den Veranstaltungsreihen und den unzähligen Infotischen bei anderen Veranstaltungen. Allzu oft gab es gute Vorträge und viele Menschen kamen. Doch immer wieder mussten wir feststellen, dass der klassische Frontalunterricht oder ein Vortrag die Menschen nicht mehr satt und zufrieden machte. Sie hatten dadurch keine Möglichkeiten sich aktiv einzubringen mit ihren eigenen Gedanken, Ideen und Erfahrungen. Auch mussten wir feststellen, dass es immer wieder so trocken und kopflastig war. Also wo war das was uns im Herzen berührt und anspricht? So entstand die Idee immer wieder Kunst und Kulturimpulse mit in unsere Treffen und Veranstaltungen zu integrieren. Es gab Musik, oft ein großes Buffet von allen für alle. Wir sangen Lieder, und fanden uns im Kreis zusammen. Mit der Kreiskultur schafften wir einen Raum, indem jeder gehört und gesehen wurde und sich einbringen konnte. Open Space, Weltcafé, kleine Tischgruppen und verschiedene Bereiche an denen sich Marktplätze für Initiativen und Projekte kreierten. Ebenso Möglichkeiten von Workshops und offene Plätze zum freien Austausch rundeten die Veranstaltung ab. So entstand im Laufe der Zeit der Wir im Wandel und entwickelte sich immer weiter. Natürlich wurden wir von anderen inspiriert und trugen somit die Ideen und Möglichkeiten zusammen und in unsere Treffen und Events fort.

Nach meinem Auszug aus der Rosenmühle im Herbst 2012 und der Trennung von meiner Frau zog es mich weiter über Guggenhausen nach Lellwangen ins Deggenhausertal. Dort in einer WG angekommen, führte ich mit Katharina Philipp die Entwicklungen des Vereines weiter. Immer gab es Menschen die uns unterstützten, uns zur Seite standen, mit uns planten, sammelten, Kontakte knüpften und Pläne schmiedeten, wie es weiter gehen kann! Ohne die vielen Menschen die mit uns waren, und sind, hätten wir das alles nie leisten und stemmen können. Aus vielen Ideen und Impulsen sind neue Projekte und neue Gruppen entstanden. Und das besondere war und ist die Kulturarbeit, oder der Kulturimpuls, durch den wir mit einer Kreiskultur, Liedern und der Kommunikation auf gleicher Augenhöhe, einen Mehrwert schafften. Wir haben damit das Gesehen- und Gehört werden erfahrbar gemacht... und dieser Mehrwert zieht immer größere Kreise in der Region. Das sich selbst Wert sein! Den Mut und das Vertrauen haben für seine Träume zu gehen und zu stehen, Gleichgesinnte zu treffen, sich zu vernetzen, sich auszutauschen, Anteil haben an dem was der andere mir mitteilt!

Im Frühjahr 2014 trennte sich auch die Konstellation mit Katharina Philipp und jeder zog seiner Wege. Und doch gab es weiterhin viele Berührungen und Parallelen. Der »Wir im Wandel« wurde 2013 geboren und weiter entwickelt. Im Frühling 2015 wurde er von einer neuen Konstellation wieder aufgegriffen. Und war immer wieder ein großes Ereignis unserer Aktivitäten im Jahr.

Aus einem großen Traumkreis zum Thema Gemeinschaftsgründung- und findung kamen im Laufe der Zeit viele Felder von Menschen und Bewegungen zusammen, die alle daran interessiert waren in einer Gemeinschaft zu leben. Daraus hat sich letzten Endes die Gemeinschaft am Haslachhof im Deggenhausertal entwickelt und existiert dort jetzt als Teil des Netzwerkes.

»Wir selbst im Wandel,« so nannten wir unseren geplanten »Wir im Wandel« in Ravensburg, der dann im Frühjahr 2014 nicht statt fand, weil wir weder Zeit, Kraft noch die notwendigen Ressourcen hatten. Das Veranstaltungsformat »Wir im Wandel« kam bei uns selbst an. »Wir Selbst im Wandel«, so wie wir das auch schon in unserer Broschüre 2012 geschrieben hatten. Veränderung kommt immer von Innen. Rückzug und Innenschau stand nun an. Alles hat sich in uns selbst gespiegelt. Es war wie ein Orientierungs-Prozess für jeden Einzelnen. Mit wem wollen wir im Austausch sein, was ist uns persönlich wichtig? Wie geht es weiter, wo stehe ich persönlich und für was brenne ich wirklich? Was macht mich lebendig? Was will ich wirklich tun und für welches Projekt oder welche Idee gehe ich jetzt und kann mich dafür auch verbindlich verpflichten? All diese Fragen galt es zu klären. Zunächst jeder für sich, um sich dann allmählich wieder neu zu formieren.

D.K.: »Nach dem abgesagten »Wir im Wandel« wurde es 2014 wirklich still um »wirundjetzt«. Das war, wie ich es verstanden habe, eine Regenerations-Pause. 2015 wurde ich eingeladen in den Vorstand einzutreten und erlebe ein ganz neue Welt von »wirundjetzt«. Katharina Philipp und einige andere engagierten sich im Haslachhof, du selbst arbeitetest viel in der Solidarischen Landwirtschaft Ravensburg. Wo steht also »wirundjetzt« nun?«

S.N.: »Wie aus dem Winterschlaf und dem Rückzug aufgewacht, folgte nach der Ruhephase neues Engagement. In der Ruhe liegt die Kraft, und in der Stille liegt der Fokus. Wir sammelten bündelten, alte und neue Wege kamen zusammen, vieles reifte innerlich, wurde klarer und konkreter und in verschiedenen Konstellationen wurden viele Ideen wieder aufgegriffen.

Im Frühling 2015 gab es wieder einen »Wir im Wandel« im Deggenhausertal. Der Haslachhof (siehe Kasten) wurde gegründet und die Gemeinschaft war daran maßgeblich beteiligt, dass der „Wir im Wandel« unter dem Motto »lebendig leben, vernetzt handeln« statt finden konnte.

Ich selbst fing an in der SOLAWI Ravensburg in Teilzeit zu arbeiten an.

Haslachhof

Wir wollen Gemeinschaft leben am Haslachhof: Denn die Gemeinschaftsbewegung ist in dieser Zeit gesellschaftlichen Wandels eine der größten Bewegungen zur Neuordnung sozialer und wirtschaftlicher Alltagsbezüge. Auf der ganzen Welt machen sich Menschen auf die Suche nach tragfähigen, solidarischen, gemeinwohlorientierten Formen des Miteinanders.

Mit unserer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft am Haslachhof im Deggenhausertal wollen wir genau das tun und knüpfen damit an eine bereits bestehende vitale und vielfältige Projektelandschaft im Bodenseekreis an.

Das ökologisch orientierte Zusammensein von Menschen in allen Lebensphasen liegt uns am Herzen. Wir wollen eine lebendige und achtsame Verbindungskultur entwickeln und pflegen. Als pulsierender Knotenpunkt eines großen Netzwerkes wollen wir uns einbinden in das Lernen und Teilen von neuem und altem (Erfahrungs-)Wissen und unsere Gesellschaft kreativ mitgestalten.Infos http://gemeinschaft-haslachhof.de/

Im Winter 2012/2013 träumten wir von einer großen Gemeinschaft. Im Winter 2013 kamen durch viele „Zufälle“ drei große Gruppen zusammen, die daran interessiert waren eine Gemeinschaft zu gründen. Wir vom Bodensee-Netzwerk, noch sehr offen und lose, und jeweils eine Gruppe aus dem Stuttgarter Raum und aus Tübingen. Aus diesen drei Gruppen bildete sich eine Konstante. Die über einen Zeitraum von ca. 1,5 Jahren regelmäßige Treffen organisierte. Aus dieser Gruppe entstand eine Kerngruppe, die jetzt den Haslachhof bewohnt und lebendig werden lässt. Es gibt einen großen Kreis an Unterstützern und Interessierten.

 

Solidarische Landwirtschaft Ravensburg

Mitglied im Verein Solidarischen Landwirtschaft Ravensburg e.V. können alle Menschen werden, die Interesse an lokaler und saisonaler Gemüseversorgung haben. Nur Mitglieder können an der jährlichen Bieterrunde (siehe unten) für die Gemüseversorgung teilnehmen. Aber auch eine Mitgliedschaft ohne Gemüse-Bezug ist möglich.

Ein Anteil Gemüse entspricht der Erntemenge geteilt durch die Anzahl der Mitglieder, die Gemüse beziehen.

Eine Bieterrunde läuft folgendermaßen ab: Die GärtnerInnen stellen (in Absprache mit dem Mitgliedern) ihre Anbau- und Finanzplanung für das Folgejahr vor. Aus dieser Budgetplanung ergibt sich ein durchschnittlicher monatlicher Beitrag (circa 100 Euro) für einen Anteil Gemüse. Dieser Durchschnittsbetrag ist jedoch nur ein Richtwert. Jedes Mitglied schreibt auf einen Notizzettel wie viel er oder sie tatsächlich monatlich für den Anteil Gemüse aufbringen kann oder will. Die Notizzettel werden dann eingesammelt und errechnet, ob das Budget für die nächste Saison gedeckt ist. Ist das Budget nicht gedeckt, so wird die Bieterrunde so oft wiederholt bis dieses erreicht ist.

 

Soziale Vorteile in einer SoLawi

  • volle Transparenz der Betriebskosten und der Anbauplanung
  • Bildungseffekt woher unsere Nahrungsmittel kommen und wie sie hergestellt werden
  • starke, basisdemokratische Einbindung der Mitglieder in die Planung und den Gemüseanbau
  • Selbstgewählter finanzielle Beitrag zur Deckung der Betriebskosten, in Abhängigkeit der Beiträge der anderen Mitglieder
  • Deckung der Betriebskosten bereits während des Anbauprozesses
  • Sowohl die Ernte, als auch das Risiko von Ernteausfällen wird mit den Mitgliedern geteilt
  • Junge GärtnerInnen ohne Grundbesitz und HofeigentümerInnen ohne Hofnachfolge profitieren voneinander
  • Weitere Informationen hierzu erhälst du unter http://www.solawi-ravensburg.de/

Solidarische landwirtschaftliche Projekte entstehen, überall gibt es Projekte und Netzwerke mit denen wir im Austausch stehen, der Wandel ist überall zu sehen und zu spüren. Wir fangen wieder an anzuknüpfen an bestehenden Kontakten und finden neue Kontakte auf Kongressen und bei Veranstaltungen z.B. in Konstanz beim Wirtschaftskonzil.

Das Wirtschaftskonzil 2015 in Konstanz hat wichtige Impulse gegeben. Seitdem gibt es wieder neue Ideen und es folgen regelmäßige Treffen.

Sehr erfreulich ist die enge Zusammenarbeit mit der Zeppelin Universität, der Hochschule Ravensburg – Weingarten,und vielen anderen Initiativen rund um den Bodensee. Z.B. Translake (Konstanz), Netzwerk:Zukunft:Konstanz:, Wandeltreppe (Voralberg). Es gibt immer mehr Netzwerke, Projekte, Gemeinschaften und Gruppen die sich gründen, solidarische Landwirtschaften, Gemeinschaftsgärten. Aber auch an den Hochschulen und Unis tut sich was. Immer mehr Menschen in der Politik und in den Betrieben, machen sich auf den Weg. Geschäftsführungen und Firmen tauschen sich aus, treffen sich, und fragen sich welche Alternativen es gibt und was es für Möglichkeiten gibt nachhaltiger und regenerativer zu wirtschaften und zu handeln? Das macht Mut und inspiriert. Und doch ist so vieles noch so alt und so im starren Verharren. Die Angst vor dem neuen, was noch nicht greifbar ist, ist noch so groß! Dass der Fluss, der Strom noch nicht wieder im Kreis der Verbindung fließen kann. Das Geld wird immer noch abgeschöpft, und kommt all zu oft nicht beim Menschen an. Und all die Projekte, die sich mit dem Boden beschäftigen, mit der Basis, mit der solidarischen Ökonomie, im Handwerk und in der Kunst. Sie existieren doch tun sie sich schwer. Auch die Bewegung der sozialen Impulse nimmt Fahrt auf, und doch fehlt so vielen einfach das Geld, die notwendige Struktur, um die Ideen die da sind, einfach umzusetzen. Noch ist es ein Kampf, eine Pionierarbeit, die all zu oft nicht belohnt und entlohnt wird. Bei all dem Idealismus bleibt die Effektivität häufug auf der Strecke, weil der Nutzen im Sinne von Produktivität nicht gesehen und anerkannt wird! Dabei ist der Mehrwert die Menschlichkeit und das gesunde Klima in den Betrieben das beste Beispsiel für die Notwendigkeit des Wandels.

D.K.: »Deine Begeisterung in ehren, aber wie willst Du und wirundjetzt zukünftig weiterarbeiten?«

S.N.: »Aus unserer Zusammenarbeit und unseren Erfahrungen aus diesem Jahr zeichnet sich ein neues Projekt von wirundjetzt ab. Es könnte Rheinstrom-Projekt heißen.

Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass es so viele Projekte und Initiativen gibt, ebenso wie Modelle, Beispiele und Methoden, wie eine nachhaltige Gesellschaft möglich und denkbar wäre und auch umsetzbar ist. Projekte an denen wir uns aktiv beteiligen können und konkret durch eine Zusammenarbeit Synergien schaffen können. Je mehr sich daran beteiligen desto besser. Somit können und müssen die regionalen Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden. Um diese Bewegungen zu erforschen und abzubilden soll das RheinStrom Projekt aktiv werden.

»wirundjetzt« ist ja ein lebendiges Netzwerk. Das soll zum einen unterstützt und zum anderen weiter ausgebaut werden, was dann auch unabhängig von »wirundjetzt« passieren kann und soll.

RheinStromProjekt – eine Zukunftsvision

Ich stelle mir dabei eine Experiment vor. »wirundjetzt« sucht Geld durch mehr Mitglieder, SpenderInnen und SponsorInnen und die Kooperation mit anderen Körperschaften. Mit diesem Geld wollen wir für eine bestimmte Zeit, solange es das braucht, für Menschen bezahlte Stellen schaffen, die sich dann vollumfänglich um die Belange unserer Region kümmern können.

Ich stelle mir solche BewegungsarbeiterInnen für die folgende Bereiche vor:

  • Vernetzung
  • Gemeinwohlökonomie
  • Gemeinschaft und gemeinschaftliches Wohnen
  • Permakultur
  • Alternative Landiwrtschaft
  • Bedingungsloses Grundeinkommen
  • Regionalgeld
  • u.v.m.

Anhand von Beispielen und großen Kooperationsbündnissen werden die begleiteten Projekte und Initiativen über Netzwerke, Foren, Initiativ-Landkarten, und Einkaufsführer beworben und in den Medien dargestellt. Was da ist wird sichtbar gemacht und gestärkt.

Die BewegungsarbeiterInnen sollen aktiv dazu beitragen die operative Arbeit der Koordination, der Kommunikation, der Transparenz und der Umsetzung auszuarbeiten, zu entwickeln, zu prüfen und zu initiieren.

Im Zusammenwirken mit Bildungseinrichtungen, den örtlichen Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft und anderen Initiativen und Institutionen können Studien und Dokumentationen ausgearbeitet werden, um zu zeigen, wie durch Kooperation statt durch Konkurrenz mehr Erfolg und Glück in der Gesellschaft sich entwickeln kann und auch erfahrbar und messbar ist.

Es werden FreiRäume geschaffen in denen es möglich ist, Träume und Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

Aus den Projekten werden selbstständige Wirtschaftsbetriebe mit steigendem Mehrwert für die Region entwickelt und realisiert. Der Mehrwert wird erfahrbar, weil über diese Darstellung und Transparenz die Region und die Unternehmen sich positionieren können und sich als Leuchturmprojekte hervorheben können.

Das RheinStrom-Projekt steht für etwas neues, wo die Produktion und die Funktionalität an zweiter Stelle steht, weil im Vordergrund die Priorität der Menschlichkeit, das persönliche und das soziale Feld der Entwicklungspotentiale steht. Dieses Feld ist erfahrbar und erlernbar, ebenso wie das fachliche und das methodische Lernen im Bildungssystem, was momentan überall gegenwärtig ist und sehr dominant in der Gesellschaft wirkt und ausschließlich honoriert wird.

Das RheinStrom-Projekt sollte ein reines freies Forschungs- und Entwicklungsprojekt sein und keine Produkte an irgendwelche Firmen oder Konsumenten verkaufen. Es braucht eine unabhängige Finanzierung.

Was sich daraus dann entwickeln kann und muss, ist etwas Neues und Gemeinsames, was jederzeit in jeder Region anwendbar und durchführbar ist. Und aus diesem Feld werden sich neue Unternehmens-Ideen und Produkte entwickeln. Die Synergien werden immer stärker, weil sich alle Akteure einer Region zusammen tun und eine gemeinsame Vision haben.

 

D.K.: »Lieber Simon, ich danke dir für deine ausführlichen Antworten.«